Auf dem Véloscenie
Von der Hauptstadt Frankreichs bis zum Mont St. Michel sind es 450 Kilometer mit dem Fahrrad. Das Ehepaar Kirchholtes hat die Route ausprobiert und kann sie allen empfehlen, die vom Rad aus Landschaft und Kultur eines anderen Landes genießen wollen.

Man kann nicht nur „Essen wie Gott in Frankreich“, sondern auch „Radfahren wie Gott in Frankreich“ und zwar auf dem „Véloscenie“, der vom Eiffelturm bis zum Mont Saint Michel führt. Eine spannende Strecke über rund 480 Kilometer quer durch Regionen von Frankreich, die nicht so bekannt sind. Dabei haben wir, mein Mann und ich, viele nette Erlebnisse gehabt und schöne historische Orte gesehen. Den Track hatte ich zuvor auf Komoot gespeichert. Er lässt sich einfach aus dem Internet herunterladen. Jedoch musste ich nur selten der digitalen Wegweisung folgen, da die Route gut markiert ist - mit einem Zeichen, das die Spitze des Eiffelturms und den Mont St. Michel stilisiert zeigt. Wir waren mit dem Auto bis in die Umgebung von Paris gefahren, da es schwierig ist, in der Metropole sein Auto abzustellen. Es gilt eine Citymaut, nur Parkhäuser sind möglich. Wir starteten in Buc, gleich zu Beginn ein interessanter Ort, die Wiege der französischen Luftfahrt. Der Luftfahrtpionier Louis Blériot hat hier seine ersten Flugversuche unternommen. Mit der „Blériot XI“ überquerte er beispielsweise am 25. Juli 1909 als erster Mensch den Ärmelkanal in einem Flugzeug. Sein Flug von Calais nach Dover dauerte 37 Minuten bei einer durchschnittlichen Flughöhe von 100 Metern. Bei Buc richtetet er seinen eigenen Flugplatz ein. Der Ort besitzt auch noch ein Schloss mit Park sowie ein „Deutsch-Französisches Gymnasium“. Dazu kommen wir später noch einmal.
Auf der ersten Etappe erwischte uns leider der einzige Regen der Tour, sodass wir Schloss Rambouillet, wo sich Charles de Gaulle und Konrad Adenauer erstmalig privat trafen und die deutsch-französische Verständigung begann, nur grau in grau sahen. Doch das Wetter sollte sich bald ändern. Es wurde von Tag zu Tag wärmer, sodass wir am Ende den Mont St. Michel bei 34 Grad umrundeten. Die Tour führte zunächst durch viel Wald Richtung Süden, später entlang der Eure über Schloss Maintenon (hier wohnte die Maitresse von Ludwig XIV.) bis nach Chartres. Ein hübsches Städtchen mit einer großen Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert mit gut erhaltenen blauen Fenstern, die typisch für die Kirche sind. Bald hinter Chartres bogen wir auf eine alte Bahntrasse ein, der wir fast bis zur Küste folgen konnten. Das hatte zwei Vorteile: wenige Steigungen und viel Schatten, da rechts und links Bäume und Büsche standen. Lediglich zu einigen Orten auf der Route mussten wir hügelan radeln. Oft hielten wir an einsamen alten Kirchlein, die meist mit einem schönen Tonnengewölbe aus Holz und Fresken ausgestattet waren. An einer trafen wir eine Gruppe Jugendlicher auf dem Rad, die gerade ihre Trinkflaschen an einer Pumpe auffüllten. Woher sie wohl kämen? fragten wir. Von einem deutsch-französischen Gymnasium war ihre Antwort. Aus Buc? fragten wir. Großes Erstaunen, dass wir dieses Örtchen kannten. Die Jungs waren übrigens auch auf dem Weg zum Mont St. Michel! Wir trafen sie noch zweimal wieder.
Unsere Unterkünfte hatten wir nicht im Voraus gebucht, da der Mai keine Saison in Frankreich ist. Lediglich zu Pfingsten (Montag war dort auch Feiertag) wurde es voller. Über das Internet war es kein Problem, etwas Passendes zu finden, vom Gästezimmer bis zum „Château“. Auch schöne Restaurants mit leckerem Dessert wie Îles flottantes oder Profiterolles waren keine Mangelware.
Freundliche Franzosen lernten wir bei Pannen kennen, die nicht nur uns ereilten. Auf einem Abschnitt der Bahntrasse sahen wir immer wieder Radfahrer, die offensichtlich einen Platten reparierten. Sie riefen uns etwas zu, was wir aber nicht verstanden: „Attention, punaises!“ sollte es wohl heißen. Also „Achtung, Heftzwecken auf dem Weg!“ Wir wunderten uns noch, als ich schon sowohl vorne als auch am hinteren Rad Luft verlor. Wie wir später erfuhren, ist dieser Abschnitt dafür bekannt, dass unbekannte Menschen dort Heftzwecken verteilt haben. Sehr ärgerlich. Zumal unser Kleber eingetrocknet war, wie wir feststellen mussten. Doch Hilfe kam schnell. Freundliche Radfahrer, teilweise auch mit platten Reifen, halfen uns aus. Manche gaben Ratschläge, andere trösteten uns. So konnten wir nette Gespräche führen und auch einmal unsere Sprachkenntnisse ausprobieren.
Klöster, eine Basilika, alte Fachwerkstädtchen wie Domfront und der alte Kurort Bagnoles-de-l’Orne, wo schon Könige abgestiegen waren, liegen auf der Strecke. Dazu das historische Alencon, die Stadt der Spitzen, die inzwischen immaterielles Weltkulturerbe sind. Das Museum ist sehenswert. Und dann natürlich der Mont St. Michel mit seiner einzigartigen Lage. Unsere Rückfahrt machten wir mit dem Zug, von Pontorson nach Rennes und von dort in eineinhalb Stunden mit dem TGV nach Paris. Dafür muss man allerdings reservieren, da es im TGV nur zwei Fahrradstellplätze gibt, die in unserem Fall noch mit Koffern zugestellt waren. Auch Rennes ist übrigens einen Besuch wert, viel Platz für Radfahrer, viel Grün und schöne ruhige Plätze mit vielen Fachwerkhäusern. Von Paris-Montparnasse radelten wir dann gemütlich zu unserem Auto zurück, so dass wir die ganze Strecke absolviert haben. Eine wirklich schöne Erfahrung, die zu empfehlen ist. Nicht zu vergessen den Cidre und die Austern, die in der Normandie am besten schmecken.
Bilderstrecke Véloscenie












Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen
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Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer*innen nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen.
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Die Infrastruktur für das Fahrrad nicht einheitlich und selten uneingeschränkt gut nutzbar. Radfahrstreifen und Schutzstreifen verlaufen beide auf der Fahrbahn und damit im direkten Blickfeld von Autofahrenden. Schutzstreifen haben eine gestrichelte Markierung und dürfen daher mit dem Auto befahren werden. Radfahrstreifen hingegen sind mit einer Linie durchgängig auf der Fahrbahn markiert und dürfen von Autofahrenden nicht befahren werden. Der ADFC macht sich für geschützte Radfahrstreifen stark, bei denen Poller, Kübel und markierte Schutzzonen Radfahrende vor dem Autoverkehr, achtlos aufgerissenen Autotüren und unerlaubten Parken schützen.
Ein Radweg ist durch ein blaues Radwegschild gekennzeichnet und muss in dem Fall von den Radfahrenden genutzt werden. Eine Benutzungspflicht darf aber nur angeordnet werden, wenn es die Verkehrssicherheit erforderlich macht. Behindern Blätter, Schnee oder andere Hindernisse Radfahrende auf Radwegen, dürfen sie auf die Fahrbahn ausweichen.
weiterlesenDas Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.
weiterlesenWir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.
weiterlesenMit fast 3 Mio. verkauften Exemplaren gehören die ADFC-Radtourenkarten weltweit zu den Bestsellern unter den Fahrradkarten. Sie haben einen praktischen Maßstab (1:150.000) und sind mit Hilfe von versierten ADFC-Scouts entstanden, die die Bedürfnisse von Radreisenden verstehen und die Strecken buchstäblich erfahren haben. Die 27 ADFC-Radtourenkarten für Deutschland haben wir durch besonders spannende und beliebte Radregionen wie den Gardasee oder Mallorca ergänzt. Außerdem finden Sie eine Vielzahl von ADFC-Regionalkarten (Maßstab 1:75.000) im Buchhandel, in vielen ADFC-Infoläden und direkt beim Bielefelder Verlag BVA (Tel.: 0521/59 55 40, E-Mail: bestellung@bva-bielefeld.de) oder bequem auf www.fahrrad-buecher-karten.de.
Ganz gleich, für welches Fahrrad Sie sich entscheiden: Ein schriftlicher Kaufvertrag kann vor dem Hintergrund eventueller Reklamationsansprüche oder sonstiger Gewährleistungsfragen hilfreich sein. Das gilt umso mehr, wenn Sie sich für ein Gebrauchtrad entscheiden sollten. Deshalb haben wir hier eine Vorlage für einen Musterkaufvertrag für Gebrauchträder zusammengestellt, die Ihnen helfen kann, böse Überraschungen zu vermeiden.